Verbotener Esel
Dr. Ahmadinejad sprach erst kürzlich davon, dass der Iran das "freieste Land der Welt" sei. Vielleicht meinte er auch die Freiheit, Zeitungen recht einfach verbieten zu können. So geschehen mit SHARGH, einer der wenigen regierungskritischen Blätter. Was war geschehen? Seit langem gab es die staatliche Forderung, den verantwortlichen Redakteur auszutauschen. Über siebzig Warnungen später, unter anderem wegen eines ungenehmigten Interviews mit einem westlichen Botschafter, dass diesen "in einem zu positiven Licht" darstellt, gab es dann den Anlass, um das oft angedrohte Verbot durchzusetzen: Eine Karikatur.

Um was geht's? In einer Rede vor der UN fühlte Mahmud Ahmadinejad sich erleuchtet; das jedenfalls gestand er später einem Mullah. Während er sprach sei sein Kopf plötzlich von einem hellen Schein umgeben gewesen. Diese Vorlage wollte die Zeitung nicht ungenutzt lassen und bildete ihn als Schachfigur im Kräftemessen mit dem Westen ab. Nur eben nicht als Pferd... sondern als erleuchteten Esel.
Wer sich an die polnische Zwillingskartoffel erinnern kann, braucht seinen Finger gar nicht bis in den Iran ausstrecken.

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