Junge Gewinner (2)
In einem der vielen Studentenwohnheime der Teheraner Uni treffe ich auf diese bildungshungrigen Menschen. Viel zu viele studieren Ingenieurkram, als vermeintlich sicheren Weg in die Zukunft. Fast jeder lernt in den Semesterferien noch eine dritte und vierte Sprache, um den Weg zum Master im Ausland zu ebnen. Die konservative Regierung hat hier wenig Freunde, man macht sich ein bisschen lustig über Ahmadinedschad, lebt aber sonst ein ganz normales Studentenleben. Der Staat gewährt den Studies allerlei Vergünstigungen, ob nun verbilligte Grundnahrungsmittel oder freien Wohnraum. Eine schicke Anlage mit viel grün, kein Wohnheim mit mehr als drei Etagen. Umfasst von einem vier Meter hohen Zaun und strengen Einlasskontrollen mit Wachschutz; so will man die Aussenwelt draussen halten.
Der Zaun ist aber auch von Innen vier Meter hoch. Als es 1999 Studentenunruhen gab, gelang es nur mit Gewalt die Studenten zu "beruhigen". Der damalige Anführer wurde zuerst zum Tode verurteilt, später wurde seine Strafe auf 15 Jahre Gefängniss reduziert. Durch Folter und Hungerstreik geschwächt, starb er vor zwei Monaten in einem Teheraner Gefängniss.

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