Hunger und Hisbollah
Eine derartige Gastfreundschaft wie die der Iraner ist mir in noch keinem anderen Land begegnet. Und so passierte es auch an diesem Tag, nachdem ich ausgiebig herumgereicht und äusserst freundlich und respektvoll empfangen wurde, dass ich zum Essen (diesmal im Teheraner Norden, dem westlichsten Teil des Landes) eingeladen wurde. Leicht waren die Brocken nicht, die ich zu verdauen hatte: Was halte ich von der Hisbollah? Warum unterstützt Deutschland Israel? Wie stehe ich zur Dreifaltigkeit der christlichen Kirche? Aber genau das wollte ich ja: Raus aus dem Westen, rein in ein Land, wo die eine oder andere kritische Frage mehr gestellt wird. Hier versteckt man sich noch nicht hinter Attitüden; gerade als Ausländer wird man mit Neugier direkt überschüttet. Das ist am Anfang noch recht interessant, auf Dauer langweilen jedoch Gespräche, die wenig an Tiefe gewinnen.

[Fast so populär wie Che in Deutschland: Hassan Nasrallah, Führer der libanesischen Hisbollah. Zu sehen auf Plakaten, Handydisplays, Autoscheiben und auch als Aufkleber. Um seine Popularität erklären zu können muss man schon etwas tiefer in die iranische Seele reinschauen. Mehr dazu später.]

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